Von Eisbergen, Konstanten und M´s: Wer spielt wann in seinem Leben?

Verfasser: Alfred
[Business] [Design]

Als Spielautor wünsche ich mir sehr, das meine Spiele anderen Menschen Spass machen. Da Spass jedoch sehr subjektiv ist, mache ich mir auch Gedanken darüber, wer meine Spieler sein werden. Und auch der Businessmensch will natürlich mehr über die Käufer wissen. Heute möchte ich etwas über das Alter der Spieler schreiben. Oder anders ausgedruckt: in welcher Lebensphase spielen Menschen und aus welchen Gründen? Wenn ich über meinen Bekanntenkreis nachdenke, kann ich sie grob in 3 unterschiedliche Gruppen einteilen:

  • Eisberge
  • M´s
  • Konstanten

Bei allen drei Spielertypen gehe ich davon aus, dass sie als Kinder gespielt haben. Alles andere würde mich nur sehr traurig machen, denn Lernen und Menschwerden ist untrennbar mit Spielen verbunden. Später im Leben trennt sich die Spreu vom Weizen. Denn Eisberge verlieren als junge Erwachsene die Lust am spielen und das bleibt auch so den Rest ihres Lebens. Gründe dafür gibt es viele, einer davon ist sicherlich der Zeitfaktor.

Bei M´s gibt es auch diesen Einbruch als junge Erwachsene. Vielleicht schon beim Studium/Lehre, spätestens mit der ersten Arbeitsstelle ist häufig Schluss mit lustiger Unterhaltung. Doch dann ändert sich radikal das Leben dieser Menschen. Sie werden Eltern! Und dann fangen sie, extern motiviert, wieder zu spielen an. Bis auch die eigenen Kinder die Lust am Spielen verlieren.

Bei Konstanten spielt das Alter keine grosse Rolle. Sie haben Spiele lieben gelernt und für sich als Hobby gewonnen. Natürlich ändert sich das Spielverhalten im Verlauf des Lebens. Aber unter dem Strich spielen Sie ihr Leben lang konstant.

Fazit: So what?

Obwohl es eine starke Vereinfachung des komplexen Spielermarkets ist, erste Implikationen können da schon abgeleitet werden. Zum Beispiel könnte aus Marketingsicht die Kaufentscheidungskriterien analysiert werden. Wenn Eltern Spiele für Ihre Kinder kaufen, sind es dann Eisberge die hoffen, damit die Kinder ruhig zu stellen? Oder sind es Konstanten, die einen guten Überblick über den Spielermarkt haben, über aktuelle Trends Bescheid wissen und Kinder für das Hobby begeistern wollen? Oder sind es M´s, die sich schon lange aus dem Markt verabschiedet haben und deswegen vor allem nach Spielerfahrungen suchen, die sie aus ihrer Kindheit kennen? Gute vermarkter kennen die unterschiedliche Kaufkriterien und werden entsprechend ihren Auftritt gestalten.

Warum du bei deinem Projekt gute Mitspieler brauchst!

Verfasser: Pascal
 [Business]

Du hast eine gute Geschäftsidee und möchtest diese direkt umsetzen? Früher oder später stehst du vor der Frage, ob du das Projekt besser alleine oder mit einem Partner startest. Auch bei diesem Projekt kam zu Beginn diese Frage auf.  Für jede Variante gibt es sowohl einige Vor- aber auch Nachteile, die ich im Folgenden beschreibe.

Du startest dein Projekt alleine:
Hierbei bist du v.a. sehr flexibel. Das bedeutet, dass du alle Ideen genauso umsetzten kannst, wie du es dir vorstellst. Zudem ist die Dauer von Entscheidungen kürzer. Du wirst am Markt  schneller mit deiner konkreten Vorstellung eintreten. Für das Projekt hast du zudem die alleinige Verantwortung. Ist das Projekt ein Gewinn, profitierst nur du davon; ist das Projekt jedoch ein Fehlschlag, trägst du auch die alleinige Verantwortung.

Du startest dein Projekt mit Partnern:
Startest du mit Geschäftspartnern ein Projekt hast du vor allem einen großen Ressourcenvorteil. Hierbei spreche ich nicht von der Ressource „Geld“, sondern von der Ressource „Mensch“.  Dies bedeutet, dass du den Vorteil der Arbeitsteilung und Spezialisierung auf Teilaufgaben ausnutzt. Während du als alleiniger Gründer Experte für fast Alles sein musst, kannst du dich in einer kleinen Gruppe oder mit einem Geschäftspartner auf deine Stärken spezialisieren. Natürlich hat auch dies Nachteile. Man kann nicht zu 100 % seine Entscheidungen umsetzen und muss häufig Kompromisse treffen.

Da bei diesem speziellen Vorhaben die Vorteile einer Kooperation überwiegen, wurde die Zusammenarbeit mit einem Partner angestrebt.

Hier komme ich ins Spiel:
Über Founderio.com bin ich auf das Projekt aufmerksam geworden. Nach einem kurzen Telefonat war ich von der Idee direkt überzeugt. Als neuer Geschäftspartner spezialisiere ich mich besonders auf die Bereiche Vertrieb- und Marketing. Auch von mir werden zukünftig weitere Beiträge zu diversen Themen auf diesem Blog erscheinen.

 

Mit Aristoteles im Aufzug fahren: Spielgenres und der Elevator Pitch

Verfasser: Alfred
[Business] [Design]

Die Kraft des Denkens in Schubladen

Heutzutage ein Schimpfwort: Denken in Schubladen. Dabei hat schon Aristoteles ein Loblied auf das Denken in Kategorien gesungen. Als Mensch sehe ich etwas vierbeiniges mit Fell und denke mir „Hund“. Und wenn ich jemand anders sage „Ich habe einen Hund gesehen“ entsteht im Kopf des Zuhörers sofort ein Bild. Mit einem Wort habe ich ein hochkomplexes Wesen erläutert, auch wenn ich natürlich noch viele Details weggelassen habe. Deswegen gibt es dann weitere, genauere Einteilungen (Taxonomien), wo ich dann z.B. zwischen den Rassen Chihuahua und Dobermann unterscheiden kann.

Kategorien von Spielen: Die Spielgenres

Bei Spielen gibt es natürlich auch den Versuch der Einteilung in Genres. Ein Begriff, und ich weiss ziemlich genau welche Spielerfahrung mich erwartet. Leider ist das alles andere als trivial. Boardgamegeek.com hat als Einteilungsversuch 8 Subdomains kreiert.

  • Abstrakte Spiele.  Minimalistische Spiele mit wenig Glücksfaktoren (z.B. Schach)
  • Anpassbare Spiele. Spiele mit vielen Erweiterungen (z.B. Magic)
  • Familienspiele. Spiele mit niedriger Komplexität, die jung und alt Spass machen sollen (z.B. Carcassone)
  • Kinderspiele. Richtig geraten! (z.B. Da ist der Wurm drin)
  • Kriegsspiele. Auch relativ selbsterklärend, oder? (z.B. Axis&Allies)
  • Partyspiele. Schnappt dir einige Freunde, einen Kasten Bier, pfeif auf komplexe Regeln und lege los! (z.B. Der wahre Walter)
  • Strategiespiele („Eurogames“). Komplexes Spielmechaniken, viel Denken und wenig Würfeln, eher Abstrakt (z.B. Dominion)
  • Thematische Spiele („Ameritrash“). Das Gegenteil der Strategiespiele:  konfliktorientiert, ein bekanntes Thema steht im Vordergrund. Quasi ein Helden-Actionmovie als Spiel.

Damit kann man schon relativ gut Hunde von Elefanten unterscheiden.  Aber wenn wir die Hunderasse genauer beziffern wollen, explodiert die Typologie. So hat Boardgamegeek mehr als 50 Kategorien mit verschiedenen Mechanismen. Ausserdem könnte man noch nach Thema (Piraten!), Zeitalter (Napoleonische Kriege), Materialien (Karten), Spieldauer, Spielanzahl, und noch viel mehr unterscheiden. Schwierig, dort genau die passenden Kategorien für sich zu finden.

Krämpfe im Fahrstuhl

Beim berühmten Elevator Pitch hat man jedoch nur 30 Sekunden, um seine Idee zu vermitteln. Eine perfekte Genreeinteilung wäre doch sehr schön. Doch leider klappt es aus zwei Gründen nicht.

  • Erstens ist die Einteilung alles andere als eindeutig. Das bekannte Spiel Catan wird von 61% der Boardgamegeek-Lesern zu den Familienspielen eingeteilt, 39% sagen jedoch es wäre ein Strategiespiel. Gerade innovative Spiele überschreiten Spielgenres.
  • Ob der Pitch ankommt oder nicht, hängt vom Zuhörer ab. Während ein Connaisseur bei der Beschreibung „Pike and Shot Tabletop“ sofort im Bilde ist, schaut ein Normalsterblicher etwas ratlos. Gerade Menschen die beim Stichwort Brettspiel an Monopoly denken, würden auch mit der präzisesten Taxonomie nichts anfangen können.

Die eigene Lösung finden!

Es hilft also nichts. Ich kann bei meinen Spielen nicht auf eine allgemeingültige Klassifikation zurückgreifen. Trotzdem brauche ich kurze, pägnante Kurzbeschreibung meiner Spiele. Bei meinem Spiel Helden von Grauwald wird es wohl etwas mit den Begriffen Familienspiel, Fantasy und den Spielerfahrungen  Entdecken/Aufsteigen sein. Und ich werde nicht nur eine Version haben sondern genau überlegen, wer zuhört. Da habe ich noch einiges zu tun.

Die Suche nach der Abenteuer-Party (=Businesspartner)

Verfasser: Alfred
[#Business] [#Update] 

Kein vernünftiger Rollenspielheld sollte sich einsam in das Abenteuer stürzen. Und auch im Businessleben ist es schöner, wenn man nicht alleine unterwegs ist. Es gibt viele gute Gründe für einen Businesspartner, heute möchte ich mich auf den Kompetenzaspekt fokussieren. Denn so wie eine gute Rollenspiel-Party nicht nur aus starken Kriegern bestehen kann, die Türen eintreten können aber vor dem ersten Zahlenrätsel kapitulieren, kommt es auch im Startup auf eine gesunde Mischung an.

1. Benötigte Kompetenzen

Für das Startup-Vorhaben sollte man sich zunächst hinsetzen und überlegen, welche Aktivitäten notwendig sind, bis aus der Idee ein physisches Produkt wird. Man könnte fein zwischen einmalige und immer wieder kehrende Aktivitäten unterscheiden, aber ich will das nicht zu komplex machen. Hier sind die groben Schritte der Wertschöpfungskette „Spiel“. Aus diesen leiten sich die notwendigen Kompetenzen ab.

 

 

2. „Können“ versus „Wollen“

Nun gilt es, die eigenen Fähigkeiten qualitativ einzuschätzen. Es nützt jedoch einem wenig eine Kompetenz zu haben, wenn man weiss, dass man diese nicht gerne einsetzen wird. Ich könnte mich in die Feinheiten der Steuererklärungswelt hineinarbeiten. Aber wenn mir das innere Schmerzen zubereitet, wäre es doch schöner, wenn jemand anders das machen könnte. Anbei meine eigene Einschätzung des Startups, wobei „X“ niedrig bedeutet, „XXX“ mittel und „XXXXX“ hoch.

Das Bild, das sich hier ergibt ist klar. Ich kann (behaupte ich) und will vor allem die ersten Schritte der Wertschöpfungskette machen. Also sollte sich ein möglicher Businesspartner vor allem um den hinteren Teil der Kette kümmern.

3. Partner finden

Nun kann man sich mit einem klareren Bild auf die Suche nach einem Partner machen. Da es im echten Leben keine Tavernen gibt wie in Fantasy-Rollenspiele, kommen Startup-Plattformen wie cofoundme.org oder founderio.com in Frage. Wer in letzteres meine Suche sich anschauen möchte, findet hier den link. Zur Zeit bin ich im telefonischen Austausch mit sehr spannenden Menschen, bin gespannt auf die Endparty!

Das erste Produkt: Die Helden von Grauwald

Verfasser: Alfred
[#Design]

Im Zentrum eines jeden Startups steht natürlich das Produkt, mit dem man auf dem Markt antreten möchte. Damit dieser Blog nicht komplett abstrakt bleibt möchte ich erstmals kurz über das Spiel sprechen, dass ich momentan als erstes bis zur Marktreife entwickeln möchte. Der Arbeitstitel des Brettspiels ist „Die Helden von Grauwald“. Es richtet sich hauptsächlich an Familien (2-4 Spieler, ab 7 Jahren, Spieldauer ca. 1h).

Da man im modernen Spieldesign immer von „Spieler-Experiences“ spricht, möchte ich auch mit einer von zwei Haupt-Experiences beginnen: Entdeckung. Man ist als Held in einer klassischen Fantasywelt unterwegs und entdeckt nach und nach die zufällig generierte Spielwelt. Wenn man als Spieler dran ist und seinen Held auf ein unbekanntes Plättchen stellt und dieses umdreht, soll dabei ständig das Gefühl „hoffentlich ‚was gutes“ entstehen. Damit der Spieler „gut“ und „schlecht“ empfinden hat, müssen die Plättchen jedoch einen klaren Zweck haben. In diesem Falle ist es das Aufleveln, wie man es von jedem guten Rollenspiel kennt. Man fängt als armer Taugenichts an und entwickelt sich im Verlauf des Spiels zu einem epischen Helden. Damit haben wir auch die zweite Hauptexperience des Spiels: Machtzuwachs. Ein Monster, dass mir als Spieler noch vor 10 Minuten Angst gemacht hat wird nur noch müde belächelt und mit grossem Genuss beseitigt. Am Schluss ist man stark genug, damit man den Enddrachen besiegen kann und so das Königreich Grauwald retten kann. Und nein, es gilt nicht eine arme Prinzessin zu retten, die kämpft lieber selber mit.

Über einzelne Designentscheidungen wird noch in der Tiefe zu sprechen sein. Nur noch kurz einige Gedanken über die Zielgruppe des Spiels. Bei einem Familienspiel sollen auch die Kleinen eine gute Chance auf den Sieg haben, deswegen darf der Zufall eine grössere Rolle spielen. Und auch wenn es nicht unbedingt ein kooperatives Spiel ist, man kann narrativ eines daraus machen in dem man sagt „Hauptsache der Drache ist bezwungen“.  Oder auch nicht, und als Drachenbezwinger alle anderen Mitspieler verhöhnen.  Mit dieser Zielgruppe im Hinterkopf ist auch die Spielwelt/das Thema des Spiels erklärt. Mit jüngeren Spielern kann man doch das klassische Fantasy-Szenario gut einsetzen, da muss man sich nicht eine Rahmenhandlung in der spätviktorianischen Ära Wales ausdenken, um genug Fallhöhe zu kreieren. Ich muss es geniessen, dass ich noch mit Zwergen, Elfen und Paladinen hantieren darf ohne dass die Spieler gelangweilt mit der Nase rümpfen.

Eine Firma als Charakterbogen

Verfasser: Alfred
[#Business] [#Update] 

Wenn ein Startup ein Rollenspiel-Charakter ist, dann braucht er einen Charakterbogen. Hier ist die erste Iteration:

Der obere Teil des Charakterbogens ist hoffentlich selbsterklärend. Jeder Held braucht eine Visualisierung, meine geplante Firma „Captain Robi Games“ bekommt erstmals ein Platzhalter-Logo. Ein guter Held ist spezialisiert auf ein Gebiet. Die Firma wird leider nicht Zaubern können aber hoffentlich zumindest schöne Spiele erstellen. Schlussendlich hat die Firma eine Erfahrungsstufe, in diesem Beispiel Stufe 2,3. Die Stufe ist deswegen so krumm, weil es ein Durchschnittswert ist aus verschiedenen Unterdimensionen, sprich die Charakterwerte des Helden.

Um zu bestimmen welche Wert ein Startup braucht , habe ich mich an die Entrepreneurship-Theorie von Christian Herr (2007) angelehnt. Er unterscheidet 3 Gruppen von Startup-Erfolgsfaktoren:

  • Die Gründungsperson (Wie ist der Gründer an sich?)
  • Das Unternehmen (Welche Strategie, Ressourcen und Organisation hat das Startup?)
  • Das Gründungsumfeld (In welcher Geschäfts-Umwelt bewegt sich das Startup?)

Entsprechend sind die Charakterwerte gewählt worden. Persönliche Faktoren beschreiben die Motivation des Gründers und die Zeit, die er investieren kann. Interne Faktoren beschreiben wie ausgefeilt das Geschäftsmodell ist, wie effektiv und effizient die internen Arbeitsabläufe sind und schlussendlich wie weit die Produkte entwickelt sind. Externe Faktoren schliesslch beschreiben einerseits die Netzwerkbeziehung in der Wertschöpfungskette sowie die Reife der Aussenkommunikation.

Diese 3 Gruppen betrachte ich als die Inputparameter. Der Output ist der Erfolg des Startups. Einerseits gemessen am Ruhm (man wird als Marke bekannt auf dem Markt) und auch am finanziellen (Profit).

Mit dieser ersten Version und einer groben Quantifizierung des Ist-Zustandes meines Startups starte ich ersteinmal. Für ein schöneres Reifegradmodell bräuchte man eine genauere Einteilung pro Stufe (z.B., ab wann verdient man sich eine „5“ bei der Dimension Produktreife?). Aber das ist eine Quest für ein anderes Mal.

Herr, C. (2007). Nicht-lineare Wirkungsbeziehungen von Erfolgsfaktoren der Unternehmensgründung. Wiesbaden: Deutscher Universitäts-Verlag / GWV Fachverlage.