Das erste Produkt: Die Helden von Grauwald

Verfasser: Alfred
[#Design]

Im Zentrum eines jeden Startups steht natürlich das Produkt, mit dem man auf dem Markt antreten möchte. Damit dieser Blog nicht komplett abstrakt bleibt möchte ich erstmals kurz über das Spiel sprechen, dass ich momentan als erstes bis zur Marktreife entwickeln möchte. Der Arbeitstitel des Brettspiels ist „Die Helden von Grauwald“. Es richtet sich hauptsächlich an Familien (2-4 Spieler, ab 7 Jahren, Spieldauer ca. 1h).

Da man im modernen Spieldesign immer von „Spieler-Experiences“ spricht, möchte ich auch mit einer von zwei Haupt-Experiences beginnen: Entdeckung. Man ist als Held in einer klassischen Fantasywelt unterwegs und entdeckt nach und nach die zufällig generierte Spielwelt. Wenn man als Spieler dran ist und seinen Held auf ein unbekanntes Plättchen stellt und dieses umdreht, soll dabei ständig das Gefühl „hoffentlich ‚was gutes“ entstehen. Damit der Spieler „gut“ und „schlecht“ empfinden hat, müssen die Plättchen jedoch einen klaren Zweck haben. In diesem Falle ist es das Aufleveln, wie man es von jedem guten Rollenspiel kennt. Man fängt als armer Taugenichts an und entwickelt sich im Verlauf des Spiels zu einem epischen Helden. Damit haben wir auch die zweite Hauptexperience des Spiels: Machtzuwachs. Ein Monster, dass mir als Spieler noch vor 10 Minuten Angst gemacht hat wird nur noch müde belächelt und mit grossem Genuss beseitigt. Am Schluss ist man stark genug, damit man den Enddrachen besiegen kann und so das Königreich Grauwald retten kann. Und nein, es gilt nicht eine arme Prinzessin zu retten, die kämpft lieber selber mit.

Über einzelne Designentscheidungen wird noch in der Tiefe zu sprechen sein. Nur noch kurz einige Gedanken über die Zielgruppe des Spiels. Bei einem Familienspiel sollen auch die Kleinen eine gute Chance auf den Sieg haben, deswegen darf der Zufall eine grössere Rolle spielen. Und auch wenn es nicht unbedingt ein kooperatives Spiel ist, man kann narrativ eines daraus machen in dem man sagt „Hauptsache der Drache ist bezwungen“.  Oder auch nicht, und als Drachenbezwinger alle anderen Mitspieler verhöhnen.  Mit dieser Zielgruppe im Hinterkopf ist auch die Spielwelt/das Thema des Spiels erklärt. Mit jüngeren Spielern kann man doch das klassische Fantasy-Szenario gut einsetzen, da muss man sich nicht eine Rahmenhandlung in der spätviktorianischen Ära Wales ausdenken, um genug Fallhöhe zu kreieren. Ich muss es geniessen, dass ich noch mit Zwergen, Elfen und Paladinen hantieren darf ohne dass die Spieler gelangweilt mit der Nase rümpfen.

Eine Firma als Charakterbogen

Verfasser: Alfred
[#Business] [#Update] 

Wenn ein Startup ein Rollenspiel-Charakter ist, dann braucht er einen Charakterbogen. Hier ist die erste Iteration:

Der obere Teil des Charakterbogens ist hoffentlich selbsterklärend. Jeder Held braucht eine Visualisierung, meine geplante Firma „Captain Robi Games“ bekommt erstmals ein Platzhalter-Logo. Ein guter Held ist spezialisiert auf ein Gebiet. Die Firma wird leider nicht Zaubern können aber hoffentlich zumindest schöne Spiele erstellen. Schlussendlich hat die Firma eine Erfahrungsstufe, in diesem Beispiel Stufe 2,3. Die Stufe ist deswegen so krumm, weil es ein Durchschnittswert ist aus verschiedenen Unterdimensionen, sprich die Charakterwerte des Helden.

Um zu bestimmen welche Wert ein Startup braucht , habe ich mich an die Entrepreneurship-Theorie von Christian Herr (2007) angelehnt. Er unterscheidet 3 Gruppen von Startup-Erfolgsfaktoren:

  • Die Gründungsperson (Wie ist der Gründer an sich?)
  • Das Unternehmen (Welche Strategie, Ressourcen und Organisation hat das Startup?)
  • Das Gründungsumfeld (In welcher Geschäfts-Umwelt bewegt sich das Startup?)

Entsprechend sind die Charakterwerte gewählt worden. Persönliche Faktoren beschreiben die Motivation des Gründers und die Zeit, die er investieren kann. Interne Faktoren beschreiben wie ausgefeilt das Geschäftsmodell ist, wie effektiv und effizient die internen Arbeitsabläufe sind und schlussendlich wie weit die Produkte entwickelt sind. Externe Faktoren schliesslch beschreiben einerseits die Netzwerkbeziehung in der Wertschöpfungskette sowie die Reife der Aussenkommunikation.

Diese 3 Gruppen betrachte ich als die Inputparameter. Der Output ist der Erfolg des Startups. Einerseits gemessen am Ruhm (man wird als Marke bekannt auf dem Markt) und auch am finanziellen (Profit).

Mit dieser ersten Version und einer groben Quantifizierung des Ist-Zustandes meines Startups starte ich ersteinmal. Für ein schöneres Reifegradmodell bräuchte man eine genauere Einteilung pro Stufe (z.B., ab wann verdient man sich eine „5“ bei der Dimension Produktreife?). Aber das ist eine Quest für ein anderes Mal.

Herr, C. (2007). Nicht-lineare Wirkungsbeziehungen von Erfolgsfaktoren der Unternehmensgründung. Wiesbaden: Deutscher Universitäts-Verlag / GWV Fachverlage.

Geburtstunde: Ein rauer Anfang

Verfasser: Alfred
 [#Update] 

Einfach loslegen. Planen ist gut, aber irgendwann muss man ja auch handeln. Fehler machen und daraus lernen. Wie es so schön heisst: Kein Plan überlebt den ersten Feindkontakt. Oder in der Sprache der Lean Startup Philosophie: Feilt nicht jahrelange an einem Produkt um später festzustellen, dass der Kunde eh ganz was anderes wollte.

Also mache ich das jetzt. Und mein Anfangsort ist diese Webseite. Noch habe ich keine Ahnung von WordPress und co. Das Design ist sehr rudimentär, die Inhalte noch unvollständig. Aber es ist ein erster Schritt. Und es werden hoffentlich noch viele folgen.

Denn die Grundidee ist, den Entstehungsprozess eines Startups transparent zu machen. Und wenn ich schon ein Startup zu Spielen plane, was bietet sich besseres an, als das Projekt an sich als ein Spiel zu betrachten. Man fängt auf Stufe 1 an, man kann nichts, hat aber noch viele träume. Das Projekt muss noch „aufleveln“, wie Rollenspieler sagen würden. Also lass uns rausgehen und Ratten jagen (eine Metapher, die nur Rollenspiel-Freunde verstehen). Die nächste Quest ist es, einen Charakterbogen für das Projekt zu erstellen.